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Mittelweg,

nicht Mittelmaß

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PROJEKTE

Lebensqualität

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Erscheinungsdatum:

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Auflage:               

gebundene Ausgabe

588

19.09.2022

Deutsch

978-3-347-70163-2

2

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Auflage:               

Taschenbuch

588

19.09.2022

Deutsch

978-3-347-70162-5

2

Wer die Schattenseiten des Lebens kennt, hat die Definition der Lebensqualität umgehend zur Hand. Mehr als eines friedlichen Umfelds, einer soliden Ausbildung, eines vernünftigen Einkommens und einer gesunden Familie bedarf es nicht, um den Himmel auf Erden zu haben.

 

Überflüssig wie ein Kropf ist die Erörterung der Frage, was ein Leben lebenswert macht, dennoch nicht. Immerhin hat durch die tückische Paralleljustiz selbst eine demokratische Republik wie Österreich mit den Grundrechten nichts am Hut. Betrifft die verkappte Anarchie nicht länger nur ein Einzelschicksal, gibt dem Land im Nu ein Polizeistaat à la DDR das Gepräge. Und vom Stasi-Terror ist das NS-Regime naturgemäß nur einen Steinwurf entfernt.

 

In »Lebensqualität« blickt der Autor hinter die Kulissen und reißt Volksvertretern, Strafverfolgern und Richtern die Larve vom Gesicht. Die von Daten und Fallbeispielen getriebene Studie wartet mit logischen Schlussfolgerungen und neuen wissenschaftlichen Ansätzen auf. Thematisch bleibt dabei nichts außen vor, was maßgeblich für das Glück des Einzelnen und die Zufriedenheit der Gemeinschaft verantwortlich zeichnet. Von Hoffnung und Respekt ist ebenso die Rede wie von Liebe. Damit geht zwangsläufig die Notwendigkeit einher, dem Wesen von Prominenz und Ruhm nachzuspüren, den Bildungsmuffeln den Marsch zu blasen, das A und O der Gehirnwäsche zu erläutern, die Folgen des Neidkomplexes aufzuzeigen, für den Klimaschutz einzutreten und mit dem Ausflug in die Rotlichtszene das Bewusstsein für echte Verbundenheit und Zuneigung zu schärfen. Endlich aber dürfen namentlich die Kennzahlen des Lebens nicht fehlen. Wie viel der Mensch wert ist, mit welchem Vermögen der gemeine Mann rechnen darf oder was es mit dem Grenznutzen auf sich hat, beantwortet das Buch bis zum Tezett.

Ein Leitfaden

der politischen Voraussetzungen

für ein lebenswertes Leben

Kunstrausch

Buchcover, Hardcover, Kunstrausch

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Erscheinungsdatum:

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Auflage:               

gebundene Ausgabe

384

08.04.2021

Deutsch

978-3-347-26088-7

2

Buchcover, Paperback, Kunstrausch

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Taschenbuch

384

08.04.2021

Deutsch

978-3-347-26087-0

2

Der sichere Griff zu guter Kunst will gelernt sein. Schließlich gehen Lobbying, Korruption, Fälschung und Diebstahl Hand in Hand. Der Blick hinter die Kulissen ist deshalb ein Muss, um als Sammler wahrer Kunst das Wort zu reden und keine Unsummen für Schrott oder heiße Ware auszugeben.

 

Stets aufs Neue sorgt der Kunstmarkt für Überraschungen. Eine Preisobergrenze ist ihm scheint's fremd. Ins schiefe Licht gerät das Geschäft mit der bildenden Kunst in der Tat auch ausnahmslos durch die schmählichen Marktmanipulanten. Wenn nicht die Kunstbanausen mit dem Angebot Schindluder treiben und einen absurden Hype entfachen, haben Fälscher, Diebe und Hehler die Finger im Spiel und sorgen für die Vernichtung von Grund- und Mehrwert der Kunstwerke. In beiden Fällen hat die bildende Kunst als Kompromiss zwischen kapitalistischer Habgier und kommunistischer Missgunst ausgedient. Entscheidend ist daher das geschulte Auge, um ein Gefühl für gute Kunst zu haben. Mindestens ebenso wichtig ist es aber, über die Risiken des Kunsthandels im Bilde zu sein.

»Kunstrausch« vermittelt dem passionierten Sammler das A und O des sicheren Kunstkaufs. Das Buch klärt über die Schattenseiten des Kunstbetriebs auf. In Form von Verlaufsstudien, Differenzialgleichungen, Vektorfeldern und Stabilitätskriterien scheidet es die Spreu vom Weizen. Während sich die Mathematik jedoch auf das Lobbying, die Korruption, die Fälschung und den Diebstahl beschränkt, schärft die Studie in leicht verständlicher Sprache das Bewusstsein für die Faszination der bildenden Kunst.

Eine Anleitung zum sicheren Kunstkauf

durch die Aufklärung

über die Schattenseiten des Kunstbetriebs

Stabilität der Partnerschaft

Buchcover, Hardcover, Stabilität der Partnerschaft

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Erscheinungsdatum:

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Auflage:               

gebundene Ausgabe

396

19.05.2021

Deutsch

978-3-347-33227-0

2

Buchcover, Paperback, Stabilität der Partnerschaft

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Erscheinungsdatum:

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Taschenbuch

396

19.05.2021

Deutsch

978-3-347-33226-3

2

Regelmäßig ist die Trennung eines Paars ungenügender Chaoskontrolle geschuldet. Zwangsläufig ist es damit um die staatliche Ehe- und Familienversicherung schlecht bestellt. Dennoch ist es der Mühe wert, sich mit der fraktalen Geometrie ein Bild von der eigenen Unvergänglichkeit zu machen und mit den 1100 Fragen des Beziehungsmodells das Wesen des Partners zu ergründen.

 

Um und Auf der Beziehung zweier Menschen ist die Instabilität der Entwicklung und Veränderung. Gebannt ist damit allerdings mitnichten die Gefahr der abrupten Trennung. Wer mit dem Lebenspartner über 1100 Konfliktpunkte handelseins werden muss, ist regelrecht zum Scheitern verurteilt. Dementsprechend groß ist die Anfälligkeit, durch unziemliches Gebaren den Traum einer gemeinsamen Zukunft zu zerstören. Erschwerend kommt hinzu, dass es durch die Nichtlinearität des Gehirns in der Natur des Menschen liegt, ein Chaos heraufzubeschwören.

 

Nicht von ungefähr ist also eine staatliche Ehe- und Familienversicherung ein gewagtes Unterfangen. Immerhin hängt ihr volkswirtschaftlicher Nutzen von der Fähigkeit der Lebenspartner ab, die Klippen zu umschiffen und ein Paar zu bleiben.

 

Ob zwei Menschen grundsätzlich füreinander bestimmt sind, verraten die Temperamente. Mehr als einen Diskussionsansatz für die Partnersuche liefern sie allerdings nicht. Allein im Verein mit den zehn Beziehungsvariablen bleiben die Temperamente keine Antworten schuldig. Mit solchen Banalitäten begnügt sich das Buch jedoch nicht. »Stabilität der Partnerschaft« zeigt vielmehr Möglichkeiten der Beziehungskontrolle auf und erläutert das Konzept der Ehe- und Familienversicherung. Ja, mit der Visualisierung der unsterblichen Seele und dem Eheattraktor betritt der Autor gar wissenschaftliches Neuland.

Alles über das Wesen

der unauslöschlichen Liebe

und die Möglichkeit

der Ehe- und Familienversicherung

Wunschkind auf Umwegen

Buchcover, Hardcover, Wunschkind auf Umwegen

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gebundene Ausgabe

320

18.06.2021

Deutsch

978-3-347-34021-3

2

Buchcover, Paperback, Wunschkind auf Umwegen

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Taschenbuch

320

18.06.2021

Deutsch

978-3-347-34020-6

2

Im Lichte der Tatsache, dass der Kinderwunsch wunderliche Blüten treibt und Retorten- wie Adoptivkinder nicht selten im Unklaren über ihren biografischen Hintergrund lässt, ist es höchste Eisenbahn, dieser untragbaren Situation mit sozialen, medizinischen, politischen und juristischen Veränderungen zu begegnen.

 

In Anlehnung an die acht Hodgkin-Huxley-Gleichungen der axonalen elektrischen Impulsleitung gibt eine Monte-Carlo-Simulation auf Basis von zwölf Kinderwunschgleichungen und vier Restriktionen Aufschluss über die Wahrscheinlichkeit, mit der Reproduktion oder Adoption keiner Identitätskrise des Kindes Vorschub zu leisten. 

 

Aus dem Vergleich der beiden Möglichkeiten einer Familiengründung  erhellt das Verbesserungspotenzial in der Reproduktionsmedizin und Adoptionsvermittlung. Zumindest fällt es mit den praktischen Tipps von »Wunschkind auf Umwegen« um ein Bedeutendes leichter, sich im Kampf um den Nachwuchs nicht heillos zu verrennen und einem Retorten- oder Adoptivkind einen optimalen Start ins Leben zu sichern.

Ein Leitfaden

zur Verhinderung einer Identitätskrise

von Retorten- und Adoptivkindern

Mehrwert im Sport

Buchcover, Hardcover, Mehrwert im Sport

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gebundene Ausgabe

320

30.08.2021

Deutsch

978-3-347-36334-2

3

Buchcover, Paperback, Mehrwert im Sport

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Taschenbuch

320

30.08.2021

Deutsch

978-3-347-36333-6

3

Zwingend verlangt die sportliche Fairness, neben dem Leistungsprinzip der angemessenen Entschädigung von Rand- und Massensport Rechnung zu tragen.

 

Diese Leitlinie ist dem Österreichischen Skiverband wahrlich nicht fremd. Bei ihm wird Solidarität großgeschrieben. Immerhin finanzieren Ski Alpin und Skispringen, die beiden Säulen des Verbandes, Randsportarten wie Snowboard, Freeski und Nordische Kombination mit. Dennoch erhebt sich die Frage, ob eine solche Quersubventionierung des Sports das Zeug hat, Schule zu machen.

 

In »Mehrwert im Sport« geht der Autor dieser Sache auf den Grund. Mit dem borderlineschen Mehrwertmodell ist es absolut denkbar, Randsportarten aufzuwerten, ohne Massensportarten empfindlich zu schaden. Welche Möglichkeiten sich dabei mit der sportlichen Mehrwertsteuer auftun, zeigt die Modellrechnung am Beispiel des Leistungsvergleichs von Kunstturnen und Fußball. Sportliche Misserfolge sind damit zwar nicht auszuschließen, mit unvertretbaren Risiken hat die raffinierte Verteilungspolitik jedoch nichts am Hut. Während sie nämlich vernünftige Leistungen honoriert, ahndet sie utopische Leistungssteigerungen.

Sportliche Mehrwertsteuer

zur Quersubventionierung

von Randsportarten

durch Massensportarten

Glaubenskrieg

Buchcover, Hardcover, Glaubenskrieg

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Erscheinungsdatum:

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gebundene Ausgabe

260

18.11.2021

Deutsch

978-3-347-38281-7

2

Buchcover, Paperback, Glaubenskrieg

Einband:

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Erscheinungsdatum:

Sprache: 

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Taschenbuch

260

18.11.2021

Deutsch

978-3-347-38280-0

2

Die Konfrontation mit Ungläubigen brauchen die Christen nicht zu scheuen. Wer nämlich ernsthaft den Geheimnissen der Auferstehung Jesu nachspürt, stellt in Anbetracht erdrückender Beweise die Glaubwürdigkeit der christlichen Lehre nicht infrage.

 

Lee Strobel, ein überzeugter Atheist, wurde durch seine intensiven Nachforschungen als investigativer Journalist der Chicago Tribune gar zum christlichen Apologeten. Die katholische Kirche steht aber ohnehin aufgrund der sattsam bekannten Missbrauchsskandale am Pranger. Wenn sich zwischen 1946 und 2014 allein in Deutschland 1670 Geistliche aus 27 Diözesen nachweislich an 3677 Kindern und Jugendlichen vergangen haben, ist ein Gesinnungswandel unabdingbar.

 

Wieder in den Schoß der Kirche zurückzukehren fällt den Missbrauchsopfern naturgemäß schwer. Erleichtern könnte ihnen die Rückkehr allerdings eine sichtbare Veränderung der Kirche. Sieht sie sich fortan als Marktmodell des Nutzens und passt sie ihr Angebot der Nachfrage an, sollte es um die Dialogfähigkeit merklich besser bestellt sein. Mittel zum Zweck ist dabei der Konstruktivismus, der im Unterschied zum Patchwork der Religionskomponisten die herkömmlichen Glaubensrichtungen nicht verwässert. Vielmehr verlangt er lediglich, dass die Glaubensgemeinschaften mit der Zeit gehen und sich von überholten Praktiken trennen. Die Neuorientierung ist umso mehr angezeigt, als das Räuber-Beute-Modell von »Glaubenskrieg« keinen Zweifel daran lässt, dass das Christentum ohne Dialogfähigkeit nicht nur selbst vor leeren Bänken predigt, sondern auch bei anderen Religionsgemeinschaften für einen Mitgliederschwund sorgt.

Anleitung

für Glaubensgemeinschaften

zur Mehrung ihrer Mitglieder

Vertrauen im Investmentgeschäft

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Erscheinungsdatum:

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gebundene Ausgabe

332

15.02.2022

Deutsch

978-3-347-47796-4

3

Cover VIG_PB.png

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Erscheinungsdatum:

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Taschenbuch

332

15.02.2022

Deutsch

978-3-347-47791-9

3

Wer die Vertrauensfrage von Investments auf das magische Dreieck der Vermögensanlage reduziert, befindet sich auf dem Holzweg. Er verkennt die wirkliche Situation.

 

Natürlich sind für gewöhnlich ansehnliche Renditen mit hohen Risiken verbunden. Endlich aber gelten nicht von ungefähr die Pleiten von Wirecard und Archegos Capital Management als Weckruf für Finanzintermediäre und Regulatoren. Treffliche Finanzprodukte sind allenfalls die halbe Miete. Ohne entsprechende Vermittlung und Überwachung der Börsengeschäfte lassen sich à la longue schwerlich Triumphe feiern. Vorsicht ist umso mehr geboten, als einer Studie der Universität Linz zufolge bloß 12 Prozent der vermögenden Anleger in der Schweiz den Banken bescheinigen, ihre Lehren aus der Finanzkrise 2008 gezogen zu haben. Von daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass das Vertrauen in das Finanzsystem in der DACH-Region um 44 bis 57 Prozent gesunken ist.

 

Es bleibt dahingestellt, ob es mit der Erfüllung von 400 Veranlagungskriterien nicht länger der Reduktion des Börsenhandels bedarf, um sich als Anleger ungeachtet unvertretbarer Ertragseinbußen durch Anhäufung von Sicht- und Spareinlagen in Sicherheit zu wiegen. Sollte sich in der Risikoaversion allerdings die reine Diversifikation bekunden, die mit vertretbaren Ertragseinbußen einhergeht, tut das computergestützte Vertrauensmodell von »Vertrauen im Investmentgeschäft« zweifelsohne seinen Dienst. In anderen Worten rechnet sich die Risikoaversion, wenn sich die Verringerung der Veranlagungssumme zur Streuung des Vermögens mausert, generelles Misstrauen also in unerschütterliches Grundvertrauen umschlägt.

Aufklärung

über die Grundlagen und Fallstricke

des Börsenhandels

Arbeiten im Büro
Leitlinien

LEITLINIEN

Das Gebäude der Borderlinephilosophie ruht auf dem soliden Fundament der Empathie und Vernunft. Ein Henne-Ei-Problem sind die zwei Säulen der Borderlinephilosophie nicht wirklich. Natürlich gebietet die Vernunft, sich in den Einzelnen hineinzuversetzen. Letztlich ist aber ohne Empathie an eine vernünftige Entscheidung nicht zu denken. Ebendie fordert zwingend, mit Spaltung und Mittelmaß aufzuräumen und einem Kompromiss das Wort zu reden. Treffen sich die Parteien in der Mitte, ist davon auszugehen, dass allen Bedürfnissen Rechnung getragen wird, niemand also das große Nachsehen hat. Freilich ist da der Wunsch der Vater des Gedankens, wenn die Aufopferungsbereitschaft gleich dem Leistungswillen fehlt. Mit Gleichgültigkeit und Halbherzigkeit lassen sich nun mal keine Triumphe feiern. Drum lautet auch die Devise der Borderlinephilosophie: Mittelweg, nicht Mittelmaß.

Spaltung: Des Wahnsinns fette Beute

Ein Abwehrmechanismus für die seelische Balance

Nicht von ungefähr wird viel Aufheben von der familiären Geborgenheit in den ersten Lebensmonaten des Kindes gemacht. Ohne einfühlsame Bezugspersonen, in denen sich ein gesunder Mix aus Zu- und Abwendung bekundet, spaltet der Säugling in dieser symbiotischen Phase unbewusst die Welt in Gut und Böse. Nicht länger ist er für Zwischentöne empfänglich. Die natürliche Ambivalenz des Menschen ist ihm fremd. Vielmehr werden Introjektion und Projektion fortan den Ton im Leben der gespaltenen Persönlichkeit angeben. Dabei ist schwer zu sagen, welches das größere Übel ist. Immerhin ist der Mensch bei Introjektion anfällig für Indoktrination und Manipulation, während es durch die Projektion Unterstellungen hagelt. Wer eigene Unzulänglichkeiten und Fehler schamlos anderen unterstellt, laboriert nicht länger an veritablen Minderwertigkeitskomplexen. 

Mit der Spaltung ist also scheint’s alles im grünen Bereich. Als Abwehrmechanismus schafft sie jene seelische Balance, der ein Mensch in einem zerrütteten Umfeld dringend bedarf. In anderen Worten schützt die Spaltung den Menschen vor dem Nervenzusammenbruch.

Was gut klingt, hat fatale Folgen, wie eine Studie des Frankfurter Sigmund-Freud-Instituts belegt. Ohne Spaltung durch traumatische Erfahrungen in der frühen Kindheit hätte es wohl das DDR-Regime um ein Bedeutendes schwerer gehabt, den Terrorapparat namens Ministerium für Staatssicherheit aufzubauen.

Berichtet wird unter anderem von jenem Stasi-Mitarbeiter, der als Kind von seinen Eltern wenig Beachtung fand und an Asthma litt. Getreu Freuds These der Spaltung schreit die menschliche Psyche nach einem Ende der Tortur. Unbewusst wurde im Stasi- Mitarbeiter als Kind sohin der Wunsch nach einer guten Mutter laut, um mit ihr seiner schlechten, leiblichen Mutter wirksam begegnen zu können. Seine krankhafte Begeisterung für die sozialistische Idee war letztlich der Ausfluss dieser sogenannten projektiven Externalisierung. Heißt im Klartext: Die Kritik an der DDR war ihm zwar geläufig, zu überzeugen vermochte sie ihn aber nicht. Ja, realiter ist er selbst nach dem Mauerfall wie eh und je der festen Meinung, dass die deutsche Geschichte nichts Besseres als die DDR hervorgebracht hat. Sein infantiles Gut-Böse-Schema hindert ihn also nach wie vor daran, der Realität ins Auge zu sehen, sich ein Gewissen aus dem Stasi-Terror zu machen und von falschen Idealen abzulassen.

Nun mag die DDR zwar Geschichte sein, in Fundamentalisten, Sekten und Parteien mit weltfremden Zielen lebt aber der naive Glaube an ein Schlaraffenland ungeniert fort. Und geblendet vom Heilsversprechen ist es kein Leichtes, einen Gesinnungswandel herbeizuführen und mit dem erklärten Feindbild aufzuräumen. Die radikale Ausblendung der Tatsachen gehört an sich aber selbst zum Wesen des Wirtschaftsalltags. Immerhin reflektiert kein Börsenhändler je ernsthaft über die Folgen seiner Spekulation.

Ein Schuss Sozialismus im Kapitalismus

Das Erfreuliche an der Sache ist, dass dem Kapitalismus im Zeitalter des Internets und der Massenkommunikation die Hände gebunden sind. Seine Folgen lassen sich nicht einfach vom Tisch wischen. Baut er Mist, rumort es im Volk. Aus gutem Grund hält Klaus Schwab, der Chef des Weltwirtschaftsforums von Davos, den Kapitalismus für nicht mehr zeitgemäß. Mochte es anno Tobak noch opportun sein, die Regulierung dem verhassten sozialistischen Osten zu überlassen, wird der Ruf nach ihr neuerdings im kapitalistischen Westen lauter denn je.

Ein Leichtes ist es dennoch nicht, Kapitalismus und Sozialismus unter einen Hut zu bringen. Das wurde etwa den deutschen Grünen bereits 2007 schmerzlich bewusst, als dem

neoliberalen Marktvertrauen urplötzlich wieder die altlinke Überschätzung des Staates folgte. Endlich war am Parteitag in Nürnberg von Adam Smith, dem Urvater der modernen Ökonomie, nicht mehr viel zu hören. Nicht länger war dessen unsichtbare Hand gefragt, die für das Gemeinwohl sorgt, indem sie jeden Einzelnen dazu anhält, seine wirtschaftlichen Eigeninteressen zu verfolgen. Stattdessen begrüßten die Grünen die freie Marktwirtschaft ausschließlich dann noch, wenn der Staat gehörig mitmischt und etwa für eine Preisregulierung sorgt.

Das ist so schlecht beileibe nicht. Immerhin besagt das Popper’sche Freiheitsparadox, dass uneingeschränkte Freiheit letztlich in Diktatur und Monopol mündet.

Mittelmaß: Gesinnungswandel vonnöten

Zahlen lügen nicht

Einen Grund zur Klage hat der Durchschnittsdeutsche wahrlich nicht. Immerhin erfreut er sich, schenkt man den Statistiken Glauben, eines herrlichen Lebens. Vier Zigaretten täglich sind ebenso drin wie ein wöchentliches Telefonat mit der Frau Mama. Aus Gründen der Rache darf es auch ein Seitensprung sein. Überhaupt spricht nichts gegen viel Sex, selbst wenn der Durchschnittsdeutsche bereits zur Stunde zweimal die Woche zum Schuss kommt. Insofern überrascht es einigermaßen, dass alle vier Minuten ein Deutscher das Weite sucht und als Emigrant sein Glück versucht.

Für 4000 bis 12.000 Worte täglich ist der Durchschnittsmann in Deutschland gut, die Durchschnittsfrau erweist sich hingegen mit ihren bis zu 23.000 täglichen Worten als ungleich gesprächiger. Sie bringt 67,5 Kilogramm auf die Waage und hat 1,34 Kinder im Schlepp. Unterwegs ist sie im silberfarbenen VW-Golf. Die Kosten für den fahrbaren Untersatz fallen angesichts ihrer geschätzten Lebensausgaben von einer Million Euro nicht wirklich ins Gewicht. Immerhin wird sie gleich allen ihren Landsleuten allein 34.000 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben.

Für große Abenteuer ist der Deutsche allerdings nicht zu haben. Ihm fehlt unstreitig jene Gelassenheit, die Franzosen und Italienern eigen ist. Vielleicht sollte er einfach nur eine Mütze voll Schlaf nehmen. Immerhin liegt er mit seinen 7 Stunden und 45 Minuten pro Nacht unter dem Durchschnitt der untersuchten 20 Länder. Es mag zwar nicht nach viel klingen, wenn die Niederländer mit nur 8 Stunden und 12 Minuten auf die längste Nachtruhe unter den Industrienationen kommen, bereits eine halbe Stunde mehr Schlaf schlägt sich aber in einem bedeutenden Leistungsplus nieder.

Ins Hintertreffen hat sein Schlafmangel den Deutschen dennoch bis dato nicht gebracht. Zum einen rühmt er sich, Export- Weltmeister zu sein, zum anderen befinden sich Monat für Monat 3975 Euro brutto in der Lohntüte. Damit kommt er auf eine jährliche Pro-Kopf-Kaufkraft von 22.388 Euro netto und belegt damit unter 42 europäischen Nationen Platz 8. Gemessen an der Ukraine mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von 1703 Euro netto im Jahr kann sich Deutschland ohne Wenn und Aber sehen lassen. Bloß gemessen an Liechtenstein, wo die Arbeitnehmer ein jährliches Nettoeinkommen von 64.240 Euro einstreichen, sieht Deutschland alt aus. Gerade dieser Vergleich der Pro-Kopf- Kaufkraft zeigt aber auch, dass die Debatte um den Mittelwert nicht auf Landesebene ansetzen kann. Wenn 26 Nationen Europas über ein unterdurchschnittliches Einkommen gebieten und nur 16 Nationen über dem europäischen Durchschnitt liegen, gibt es allemal noch genug Handlungsbedarf.

Hochleistungsmaschine — ein Auslaufmodell?

Solange die Statistiken den Deutschen ein gutes Leben bescheinigen, scheint der Ruf nach Spitzenleistungen völlig fehl am Platz zu sein. In der Tat machen denn auch zur Stunde mehr jene von sich reden, die sich entschieden und mit Nachdruck für die Durchschnittlichkeit aussprechen. Für sie ist das Mittelmaß klasse. Wer sich dazu bekennt, erspart seinen Kindern den Wahnsinn, bereits im zarten Alter Leistung bringen zu müssen. Da ist was dran. Immerhin ist nicht jeder für das finanzielle und persönliche Risiko zu haben, das etwa Lindsey Vonns Eltern mit dem Verkauf ihres Eigenheims eingegangen sind, um der Tochter die besten Trainingsbedingungen zu ermöglichen.

Auch jene, die sich nicht gerade ein sportliches Ausnahmetalent à la Vonn heißen dürfen, wollen nicht um jeden Preis ein Rädchen im Getriebe sein. Das Buhlen um Aufmerksamkeit in sozialen Medien wie YouTube reißt nämlich nicht ab. Vielmehr scheint es fast so, als gäbe es neuerdings nichts Schrecklicheres auf Erden, als unbeachtet und also mittelmäßig zu sein. Wer die ausgetretenen Pfade verlässt und sich von der Masse gezielt abhebt, hat bereits so gut wie gewonnenes Spiel. Und selbst wenn die Entschädigung von YouTube auf Dauer den Lebensunterhalt nicht sichern sollte, ist der Wert der Aufmerksamkeit nicht zu unterschätzen. So ist ein Egobooster seit alters willkommen.

Naturgemäß hat nicht jeder das Zeug, sich auf YouTube zum Hampelmann zu machen. Und mit reiner Intelligenz zu punkten ist schon ungleich schwerer. Schließlich liegt die

Wahrscheinlichkeit, nur durchschnittlich intelligent zu sein, bei satten 95 Prozent. An den Drücker kommen aber in deutschen Landen ohnehin weder Ausnahmetalente noch Exzentriker. Dass in Japan etwa die Uhren anders ticken und ohne sichtlichen Leistungsnachweis eine Spitzenposition in Politik oder Wirtschaft undenkbar ist, ist ein schwacher Trost. Und jene, die dennoch unbeirrt am Tuning ihrer Kinder mit Sonderförderung und Nachhilfe festhalten, haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Wenn in Österreich das Parteibuch, in Deutschland hingegen die persönliche Beziehung über Aufstieg und Fall eines Arbeitnehmers befindet, ist ein Gesinnungswandel zweifelsohne vonnöten. Für irgendwas müssen die Verhaltensauffälligkeiten und Depressionen der maßlos überforderten Kinder schließlich gut sein. Wird die Leistung beim Nachwuchs von der Wiege bis zur Bahre großgeschrieben, geht es schlicht nicht an, endlich gegenüber nichtigen Parteimitgliedern das Nachsehen zu haben oder auf ein funktionstüchtiges Netzwerk angewiesen zu sein.

Mit dem Peter-Prinzip zur Sozialleistung

Im Lichte dieser Tatsachen vermag die Borderlinephilosophie der These des Bonner Betriebswirts Matthias Kräkel nichts abzugewinnen. Es ist naiv, zu glauben, dass die Ausschreibung von Spitzenpositionen auf Bewerbungsgespräche hinausläuft. Während in Österreich der Postenschacher längst vor der offiziellen Stellenausschreibung entschieden ist und die Parteigranden mit ihren Protegés aufmarschieren, machen in Deutschlands Topunternehmen die von Mentoren auserkorenen und über Jahrzehnte gezielt aufgebauten Kronprinzen das Rennen. Es gibt hier keine Kosten-Nutzen-Abwägung von Bewerbern frei nach der Devise: Der Hochqualifizierte wird sich weniger als der Minderqualifizierte um den Posten bemühen, weil ihm die Welt zu Füßen liegt und er nicht auf das eine Jobangebot angewiesen ist. Ergo kriegt der Hohlkopf den begehrten Job.

Gegen das Peter-Prinzip spricht wissenschaftlich dafür rein gar nichts. Aus gutem Grund hat es in der Personalforschung seinen festen Platz. Es ist dem kanadischen Erziehungswissenschaftler Laurence J. Peter geschuldet. 1969 wurde es erstmals in Buchform präsentiert. Das Theorem besagt, dass Arbeitnehmer nicht aufgrund ihrer besonderen Eignung für eine neue Aufgabe die Treppe hinauffallen, sondern weil sie sich in ihrer augenblicklichen Position bestens bewährt haben. Dementsprechend wenig überraschend ist es, dass sie über kurz oder lang stets mit einer Aufgabe betraut werden, der sie nicht gewachsen sind. Diese plausible Erklärung für die Überforderung von Führungskräften ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern fußt auf empirischen Beobachtungen des Kanadiers.

Wenn nun das Peter-Prinzip permanent für unqualifizierten Führungsnachwuchs sorgt, ist das toxische Betriebsklima nur eine Frage der Zeit. 40 Prozent der Arbeitnehmer quittieren den Job, weil ihnen der Chef die Hölle heißmacht und das Wasser abgräbt. Inkompetenz hat eben ihren Preis. Wackelt der Stuhl, zeigt noch jede Führungskraft die Krallen. Das Absurde dabei ist, dass keine Menschenseele je von Vorgesetzten Perfektion verlangt. Fehler sind erlaubt und nur allzu menschlich. Ja, genau genommen bringen sie Führungskräfte ihren Untergebenen ein Stück näher. Die erwünschte Authentizität bleibt allerdings auf der Strecke, wenn Vorgesetzte ihre Fehler verschweigen oder – noch schlimmer – auf ihre Untergebenen ungeniert abwälzen.

Empathie: Wo ein Wille, da ein Weg

Ein Must-have: Im Nimbus des Heilsbringers

Barack Obama ist ihr erklärter Fan. Für den Ex-US-Präsidenten kann es gar nicht genug Empathie geben. Ohne Empathiemangel, so seine feste Überzeugung, ginge es der Welt um ein Bedeutendes besser. Was Wunder, wenn Empathie idealiter Völker verbindend ist, also über die Landesgrenzen hinaus wirkt, alle räumlichen, sprachlichen und kulturellen Barrieren sprengt und Verständnis für die Situation eines anderen weckt.

Empathie bezeichnet dementsprechend die Fähigkeit, sich in eine Person hineinzuversetzen und für ihre Gedanken und Gefühle empfänglich zu sein. Insofern sind Herkunft und Bedeutung des Wortes zweierlei Stiefel. So leitet sich der Begriff Empathie vom altgriechischen Wort empátheia her, was übersetzt schlicht »Leidenschaft, intensive Gefühlsregung« heißt.

Bemängelt wird vielfach der inflationäre Gebrauch des Begriffs. In Anbetracht der Tatsache, dass sich nahezu alles rund um die Empathie, einerlei ob Buch oder Seminar, zum Verkaufshit mausert, kann man es den Gurus nicht verdenken, wenn sie sich gern als Botschafter der Zwischenmenschlichkeit aufspielen. Fakt ist gleichwohl, dass Empathie nicht gleich Empathie ist. Stets bedarf es der Nachfrage, ob emotionale, kognitive oder soziale Empathie gemeint ist.

Spaltung
Mittelmaß
Empathie

Führung bedeutet Empathie. In ihr bekundet sich die Fähigkeit, das Gespräch zu suchen und Beziehungen zu Menschen zu unterhalten, um ihnen Flügel zu verleihen und ihrem Leben Halt zu geben.

Oprah Winfrey

Mittagessen

• emotionale Empathie

Salopp ausgedrückt handelt es dabei um das Mitgefühl. Die emotionale Empathie verlangt von daher, sich in die Gefühlswelt einer Person einzuklinken und das Gleiche wie sie zu fühlen. Wer über die Gabe der emotionalen Empathie gebietet, läuft leicht Gefahr, Opfer emotionaler Ansteckung zu werden. Er kann quasi nicht umhin, umgehend auf die Gefühle anderer zu reagieren. Nicht von ungefähr eilen die Mütter sofort herbei, wenn das Baby schreit. Viele von ihnen sehen sich im Stande, bis zu acht Tonlagen zu unterscheiden und der jeweiligen Tonart das spezielle Bedürfnis ihres Babys zuzuordnen. Daraus erhellt unweigerlich, dass emotionale Empathie den Zusammenhalt stärkt. Sie schafft jenes Vertrauen, das eine echte zwischenmenschliche Beziehung begründet.

• kognitive Empathie

Mit der zwischenmenschlichen Nähe der emotionalen Empathie hat das pure Verantwortungsbewusstsein der kognitiven Empathie herzlich wenig gemein. Für die kognitive Empathie reicht es vollkommen hin, die Gefühle, Gedanken, Beweggründe und Absichten einer Person zu verstehen. Ihr künftiges Verhalten sollte damit vorhersehbar sein. Bedeutet im Umkehrschluss: Wer kein Gespür für das Gebaren des Umfelds hat, vermag die Folgen der eigenen und fremden Entscheidungen nicht abzuschätzen. Dass sich eine solche Verantwortungslosigkeit à la longue rächt, versteht sich von selbst.

• soziale Empathie

Stets ist das Team mehr als die Summe seiner Mitglieder. Immerhin ist die Teamleistung ungleich höher als die Einzelleistung. Nachdem im Zeitalter der Technik faktisch keine größere Errungenschaft mehr ohne Teams möglich ist, kann man die Bedeutung der sozialen Empathie gar nicht hoch genug schätzen. Die Spielregeln, nach denen solche Systeme zwischenmenschlicher Beziehungen ticken, müssen einem geläufig sein. Wer auf das Studium der Gruppendynamik pfeift, hat auf dem Chefsessel nichts verloren. Denn in diesem Fall ist davon auszugehen, dass ihm der Blick für das große Ganze fehlt. Nicht von ungefähr korreliert mit der Führungskompetenz die soziale Empathie am stärksten (r = 0,6), während die kognitive Empathie (r = 0,5) und die emotionale Empathie (r = 0,3) den Führungskräften weniger abverlangt.

Wer beginnt, seine Empathie und Vorstellungskraft zu schärfen, hat die ganze Welt zu Füßen.

Susan Sarandon

Kein Allheilmittel: Überraschend kontraproduktiv

• Befangenheit als evolutionsbiologischer Ausfluss

Wenn selbst Soziopathen über Empathie gebieten, muss das Image des Heilsbringers zwangsläufig ein paar Kratzer abbekommen. Menschen sind nun aber halt mal hyperempathische Wesen, denen die Empathie eigen ist. Umso wichtiger ist es, ihr die Larve vom Gesicht zu reißen.

Es ist evolutionsbiologisch erwiesen, dass die Empathie Kleingruppen geschuldet ist. Kurzum hat die Gruppenmitglieder ihre Gruppenabhängigkeit genötigt, den Bedürfnissen und Wünschen der anderen Gruppenmitglieder zu willfahren, also zu verstehen, wie sie sich fühlen und was sie brauchen. Außerhalb der Gruppe waren Mitgefühl und Fürsorge hingegen kein Thema.

Kritiker der Empathie gehen nun davon aus, dass sich an dieser Engstirnigkeit nichts geändert hat und einem nach wie vor die eigene Sippe nähersteht als der Unbekannte fern der Heimat. Es ist diese Parteilichkeit, die die Empathie unter anderem in Verruf bringt. Und in der Tat belegen auch etliche psychologische und soziologische Studien, dass die eigene Sippe stets mit mehr Empathie bedacht wird. Zu schwach scheint die Empathie also zu sein, um über Vorurteile und Diskriminierung hinwegzublicken. Politisch kann das durchaus fatale Folgen haben, wenn die Argumente der Gegenseite faktisch zur Fußnote verkommen und die Parteilinie das Denken des Einzelnen übernimmt. Denkbar ist aber ebenso, dass zu starke Ergriffenheit anfängliche Verzweiflung über das Schicksal der eigenen Mannen in Wut und Hass verwandelt und damit die Gewalt in greifbare Nähe rückt.

• Helfersyndrom am Rande egoistischer Bedürfnisbefriedigung

Mit Schreckensbildern ködern die Medien regelmäßig jene, die am Helfersyndrom leiden. Wer die Hungersnot in Afrika drastisch vor Augen geführt bekommt, kann nicht umhin, die Geldbörse zu zücken und tief in den Säckel zu greifen. Dass die Empathie die Leute unbewusst in die Opferrolle drängt, bestreitet niemand. Daran braucht sich an sich kein Mensch zu stoßen. Problematisch sind solche Berichterstattungen lediglich dann, wenn die Hilfe unangebracht ist.

Nicht von ungefähr mehren sich die Stimmen, die ein Ende der staatlichen Entwicklungshilfen für Afrika fordern. Die Ökonomin Dambisa Moyo aus Sambia steht mit ihrer Kritik beileibe nicht allein auf weiter Flur. Ihres Erachtens neigt passive Hilfe dazu, Unternehmensgründungen zu verhindern und Abhängigkeiten zu schaffen, ja die Korruption zu beflügeln und repressiven Regimen Geldsorgen abzunehmen. Ungleich besser gedient wäre dem Schwarzen Kontinent mit Handelsverträgen auf Augenhöhe und dem Abbau von Zöllen.

Ohnehin hält sich – näher besehen – das Mitgefühl der Spender in Grenzen. Wohltätigkeit ist nämlich nicht nur schick, sprich in der Welt der Mächtigen und Reichen quasi ein Muss, sondern wartet auch mit Streicheleinheiten für die Seele auf. Den Spender beschleicht ein erhebendes Gefühl, wenn er anderen unter die Arme greift. Diese Form egoistischer Bedürfnisbefriedigung ist aber nicht das Schlimme an der Empathie. Vielmehr kann sie – zumindest in der kognitiven Version – als Instrument der Manipulation missbraucht werden. Wer sich nämlich auf die kognitive Empathie versteht, hat es in der Hand, den Geschäftspartner zu übervorteilen oder dem Liebespartner beim Flirt ein X für ein U vorzumachen. Ja, einem Psychopathen kommt die kognitive Empathie ganz besonders zupass. Schließlich erweitert der Einblick in die Opfer das Spektrum der sadistischen Methoden.

Positive Bilanz: Diskreditierung fehl am Platz

Nachdem es mit der Empathie allein offenbar nicht getan ist, ist die Borderlinephilosophie gut beraten, mit der Vernunft eine zweite Größe ins Spiel zu bringen. Paul Bloom, Psychologieprofessor an der Yale University in New Haven, dürfte diesem Ansatz einiges abgewinnen können. Immerhin beginnt für ihn moralisches Handeln mit der Vernunft, die – getrieben und gesteuert vom Mitgefühl – die richtigen Hilfssignale aussendet. Blooms Ansatz könnte also, wenn man so will, als rationales Mitleid bezeichnet werden. Die Wortklauberei ändert freilich nichts am grundsätzlichen Nutzen der Empathie. Wenn seit dem Ende des Kalten Krieges nahezu alle Welt nach Empathie schreit und die Solidarität Schnee von gestern ist, hat die Empathie wenigstens auf der Politbühne ihre Bedeutung nicht eingebüßt. Von ihrem Appell erwarten sich die Volksvertreter, dass sich der gemeine Mann dem sozialen Handeln verpflichtet fühlt.

Vernunft: Weg und Ziel im Auge behalten

Wenn das Herz die zweite Geige spielt

Mit der Vernunft verhält es sich nicht anders als mit der Empathie. Beileibe nicht ein jeder ist voll des Lobes über sie. Während einem die Vernunft von einem Unterfangen abrät, raunt einem das Herz zu, es dennoch zu versuchen. Und siehe da, nicht selten ist es weise, auf sein Bauchgefühl zu hören und den Verstand abzuschalten. Die Verwirklichung eines Traums geht stets mit einem veritablen Risiko des Scheiterns einher. Der Kluge wischt aber alle Bedenken beiseite und lässt es auf einen Versuch ankommen.

Vernunft
Schreibtisch

Wird die Vernunft zur Farce, geht die Menschheit unweigerlich vor die Hunde.

Lars von Trier

Bestände

Während also der gesunde Menschenverstand, wie die Vernunft im Volksmund genannt wird, den Erfolg mitnichten garantiert, wäre es sträflicher Leichtsinn, ihn total zu ignorieren. Nicht von ungefähr zeugt die Vernunft von Intelligenz, analytischer Begabung und überlegter Handlung. Näher besehen darf sich aber selbst der Abenteurer einen Vernunftmenschen heißen. Schließlich ist nicht auszuschließen, dass sich seine impulsive Handlung im Rückblick als überaus vernünftig erwiesen hat.

Daraus erhellt, dass sich die Vernunft am Weg gleichermaßen wie am Ziel bemisst. Oder um es mit dem Adjektiv zu sagen: Auch bei »vernünftig« ist der attributive und adverbiale Gebrauch drin. Widersprüche duldet der Gebrauch allerdings nicht. So vermag ein Gesetz schwerlich als vernünftig zu bezeichnen sein, wenn dem parlamentarischen Beschluss nicht die Einbindung der Meinungen aller Betroffenen voraufgegangen ist.

Vernunft ist nicht gleich Vernunft

Wer die ausgetretenen Pfade verlässt und zu neuen Ufern aufbricht, wird immer mit kritischen Stimmen rechnen müssen. Und es ist auch vernünftig, sich die Ratschläge der engsten Vertrauten durch den Kopf gehen zu lassen. Was Verwandten, Freunden und Kollegen allerdings als unvernünftig erscheinen mag, kann für den wagemutigen Abenteurer durchaus vernünftig sein. Einer spontanen Eingebung folgt ohnehin niemand, der sich plötzlich für ein Jahr Auszeit entscheidet, um ein Buch zu schreiben oder ferne Länder zu bereisen. Und ein Arbeitgeber, der sich an dieser vermeintlichen Lebenslücke stört und nicht den Mehrwert einer solchen Berufspause erkennt, ist nicht wirklich eine Option. Immerhin steht da zu befürchten, dass jede Abweichung von der gewohnten Ordnung auf massiven Widerstand stößt und für unliebsame Überraschungen sorgt.

Im Lichte dessen ist es kein Leichtes, jemandem einen vernünftigen Rat zu geben. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob sein Plan vernünftig ist und um jeden Preis in die Tat umgesetzt werden soll. Selbstredend gilt diese Lebensmaxime nicht für Kinder. Auf die Stimme der Eltern zu hören gebietet die Vernunft allein schon deshalb, weil Kinder a) nicht auf eigenen Füßen stehen und b) über keinerlei Lebenserfahrung verfügen, die einer Altersweisheit ebenbürtig ist.

Der Mensch hat die freie Wahl, solange er sich im Rahmen der Vernunft bewegt.

Thomas von Aquin

Mittelweg: Die Kirche im Dorf lassen

Ein öder Spießer? — Von wegen!

Um den Ruf des Mittelweges ist es denkbar schlecht bestellt. Wer wie er als Mainstream gehandelt wird, verheißt nichts Gutes. Und Beachtung verdient ein Langweiler wie er schon gar nicht. Grassierende Pandemien verleiten die Menschen allerdings zum Nachdenken. Und siehe da, mit einem Mal ist der Mittelweg gefragter denn je. Aus gutem Grund.

Aufgabe der Politik in Zeiten von Corona & Co ist es, abzuwägen, wie viel Schutz vertretbar ist, ohne die Wirtschaft nachhaltig zu schädigen. Um diese simple Frage zu beantworten, bedienen sich Ökonomen der sogenannten Basisreproduktionszahl. Sie verrät, wie viele Menschen im Schnitt von einer infizierten Person angesteckt werden, wenn niemand gegen den Erreger immun ist.

Eine Studie des ifo-Instituts und Helmholtz-Zentrums hat nun für COVID-19 ergeben, dass die Politik am besten mit einer mittleren Basisreproduktionszahl von R = 0,75 fährt. Damit reduzieren sich die Kosten der Corona-Krise für die Wirtschaft in den Jahren 2020/21 auf das Minimum von 307,2 Mrd. Euro. Würde man versuchen, R auf 0,10 zu drücken, fielen Kosten in Höhe von 610 Mrd. Euro an. Gleichzeitig schnellen die Kosten aber auch bei höherem R in die Höhe. So wären bei R = 1,00 Kosten in Höhe von 511,9 Mrd. Euro fällig. Und das ist das Interessante an der Studie. Sie widerspricht damit entschieden den Rufen nach vorschneller Öffnung des Lockdowns.

Mit dem goldenen Mittelweg ist also, wie Figura zeigt, mitnichten die Langeweile Programm. Vielmehr verspricht er politische wie wirtschaftliche Erfolge.

Schon gar nicht ist er ein Ausfluss der Mediokrität und als fauler Kompromiss zu nichts nütze. Viel zitierte Verballhornungen à la »alles mit Maßen« oder »das kleinere Übel wählen« haben mit der Suche nach dem goldenen Mittelweg nicht das Geringste zu tun. Wer glaubt, dass die Borderlinephilosophie auf das Auffinden des kleinsten gemeinsamen Nenners hinausläuft, befindet sich auf dem Holzweg.

Bereits in der Antike brandaktuell

Kein Geringerer als der römische Dichter Horaz hat von der goldenen Mitte (lat. aurea mediocritas) gesprochen und zur Vorsicht aufgerufen. So gilt es, wie er sinngemäß meint, bei günstigen Witterungsbedingungen mit vollen Segeln das Meer zu queren. Stehen die Zeichen gleichwohl auf Sturm, ist es ratsam, beizeiten die Segel zu streichen, um Schäden zu vermeiden. Was nämlich hoch aufragt, bietet den Sturmböen Angriffsfläche.

Mittelweg
Businessmen

Wer sich der goldenen Mitte verschreibt, erspart sich das Armutszeugnis der Bruchbude gleichermaßen wie den neidischen Blick auf den Prunkbau.

Quintus Horatius Flaccus

Der springende Punkt hier ist also die Anpassungsfähigkeit des Einzelnen. Hapert es an ihr nicht, stehen Mensch und Umwelt miteinander im Einklang. Dass jede Anpassung für Reibungen sorgt, versteht sich dabei von selbst. Und ungeachtet aller Bemühungen wird man die Ungleichgewichte nie restlos aus der Welt schaffen können. So ist die Anpassung stets relativ, die Mitte also, wie der griechische Philosoph Aristoteles treffend bemerkt, für jeden eine andere. Dafür ist mit der Anpassungsfähigkeit der Grundstein für den goldenen Mittelweg gelegt. 

Nachdem laut Aristoteles allein der goldene Mittelweg das Glück des Menschen verbürgt, kommt niemand umhin, sich ihm zu verschreiben. Die Sache ist dabei schlicht die, dass sich das Glück nicht am Eigennutz, sondern am sozialen Handeln bemisst, an Tugenden also, die sich irgendwo zwischen Mangel und Überfluss bewegen. Dementsprechend ist Tapferkeit der Kompromiss zwischen Tollkühnheit und Feigheit. 

Diese Auffassung von sozialem Handeln gehört quasi zum Wesen von Buddhisten und Muslimen. Während der Buddhismus mit dem mittleren Pfad ein Leben zwischen Luxus und Askese propagiert, bezeichnet der Islam seine Anhänger als Gemeinschaft der Mitte (Koran: Sure 2, Vers 143). Beiden Religionen sind extreme Positionen mithin ein Dorn im Auge.

Gemeinwohlbilanz, Gesellschaftsumbruch und Wertewandel also?

Auf den ersten Blick hat es ganz den Anschein, als wäre der Gemeinwohl-Ökonomie, kurz GWÖ genannt, ein durchschlagender Erfolg beschieden. Immerhin haben sich seit dem Start im Jahr 2010 der Wirtschaftsreformbewegung des österreichischen Philologen Christian Felber rund 3000 Unternehmen weltweit angeschlossen (Stand 2021). Gemessen an den insgesamt rund 3,56 Millionen Unternehmen allein in Deutschland (Stand 2019) ist der Erfolg freilich relativ. Offenbar wollen sich doch nicht so viele Unternehmen von der Gewinnerwirtschaftung trennen und sich von jetzt auf gleich dem Gemeinwohl der GWÖ unterordnen. 

Regelrecht kein Stein bleibt auf dem anderen in der Gemeinwohl-Ökonomie. Gemeinwohl-Produkt, Gemeinwohl-Bilanz und Gemeinwohl-Prüfung lösen Bruttoinlandsprodukt, Finanzgewinn und Finanzrendite ab. An die Stelle der Konkurrenz tritt die Kooperation, dafür ist genug Platz für Arbeitszeitverkürzungen und Sabbaticals. Ungleichheit schickt sich naturgemäß für die ethische Marktwirtschaft der GWÖ so wenig wie die Geldvermehrung. Erklärtes Ziel ist das gute Leben für alle. Erreicht ist es, wenn das Gemeinwohl-Produkt mit seinen 20 Teilzielen zur neuen Leitwährung der Wirtschaftspolitik wird. Welchen Betrag der Einzelne, jedes Unternehmen, eine Gemeinde oder ein Land zum Gemeinwohl beisteuert, verrät die Gemeinwohl-Bilanz. Ebendie arbeitet auf Basis der Menschenwürde, der Solidarität und Gerechtigkeit, der ökologischen Nachhaltigkeit sowie der Transparenz und Mitentscheidung. 

Es überrascht wenig, dass Felber mit einem solch radikalen Gesellschaftsumbruch und Wertewandel polarisiert wie kein Zweiter. Zumindest ist ihm die öffentliche Aufmerksamkeit gewiss. Ja, österreichische Schulbücher haben den politischen Aktivisten kurzfristig gar in eine Reihe mit John Maynard Keynes, Milton Friedman und Friedrich August von Hayek gestellt, ehe ein Protest von 110 Ökonomen die Streichung seines Namens erwirkte und seither Amartya Sen seinen Platz einnimmt. Und während nun die einen den Mediendarling in den Himmel heben, lassen die anderen kein gutes Haar an ihm. Wer die ökosoziale Marktwirtschaft der Alpenrepublik infrage stellt, kriegt es zwangsläufig mit der Wirtschaftskammer Österreich zu tun. Unberechtigt ist ihre Kritik beileibe nicht. Schließlich schränkt die GWÖ Eigentums- und Freiheitsrechte ein, schafft Marktwirtschaft und Konkurrenz ab, unterstellt die Bürger des Landes einem Gemeinwohl-Gremium und kann allenfalls als globale Bewegung punkten. Noch drastischer hat es bloß der Unternehmer Mirko Kovats formuliert, wenn er die GWÖ ein weltfremdes Unterfangen heißt. Und Erhard Fürst, der Ex-Chefökonom der österreichischen Industriellenvereinigung, warnte vor einer Zukunft in Armut und Chaos. 

Da ist was dran. Niemand wünscht sich eine Neuauflage der deutschen Rechtschreibreform. Was die Kultusministerkonferenz mit ihrem Beschluss vom 1. Dezember 1995 der deutschen Sprache angetan hat, ist unverzeihlich. 

In Kraft getreten ist die Neuregelung der Rechtschreibung am 1. August 1998. Seither hat es in den Jahren 2004, 2006, 2011, 2017 und 2018 Reformen gegeben. Zuweilen hatten Autoren gar den Eindruck, als müssten sie buchstäblich jedes Jahr aufs Neue ihr Handwerk lernen. Auf die Spitze getrieben hat die sprachliche Verunsicherung denn endlich die Duden-Redaktion mit ihren Schreibempfehlungen. Nicht von ungefähr erachtet sie die Forschungsgruppe Deutsche Sprache (FDS) als willkürlich und nicht erlernbar. Kurz und gut: Außer Milliardenkosten und ständigen Ärger hat die Rechtschreibreform absolut nichts gebracht, wie Friedrich Denk, seines Zeichens Deutschlehrer und Initiator der »Frankfurter Erklärung zur Rechtschreibreform«, treffend feststellt.

Stets erweist sich der Mittelweg als Volltreffer. Mit Übertreibungen handelt sich der Mensch bloß Probleme ein.

Titus Maccius Plautus

Während nun die Borderlinephilosophie radikale, sichtlich sinnlose Veränderungen à la Rechtschreibreform entschieden ablehnt, ist sie an sich grundsätzlich dankbar für ökonomische Denkanstöße. Das Gute an der GWÖ ist mithin, dass sie zum Nachdenken anregt. So wie Felber im Prinzip nichts anderes als eine bereits x-mal durchgekaute Idee aufgegriffen und weiterentwickelt hat, sollte jeder ernsthafte Wissenschaftler jede Gelegenheit beim Schopf packen, die ihn auf neue Gedanken bringt. 

Nichts anderes ist erklärte Absicht der Borderlinephilosophie. Sie baut auf Bewährtem auf und versucht mit einem Tuning zu neuen Ufern aufzubrechen oder wenigstens etablierten Ökonomen wissenschaftliche Anregungen zu liefern. Steht also etwa – wie in »Lebensqualität« – der Grundwert der Freiheit zur Debatte, drängen sich naturgemäß Fragen auf wie: Was bedeutet Unfreiheit? Was ist der Mensch wert? Wie wirkt sich ein garantiertes Mindesteinkommen auf ihn aus? Ist die Konsum- oder die Einkommensbesteuerung ein gangbarer Weg der Finanzierung? Was hat es mit dem Grenznutzen auf sich? 

Stets schwingt der Grundgedanke des goldenen Mittelwegs in den ökonomischen Lösungen mit, auch wenn er vielleicht nicht immer so klar ersichtlich ist wie in der Quersubventionierung des Sports. Die Frage, die sich in »Mehrwert im Sport« erhebt, ist also schlicht die: Ist das ÖSV-Modell generell auf Spitzen- und Breitensport, Massen- und Randsport anwendbar? Anleihen bei den Erfolgreichen zu machen ist dabei so verkehrt wahrlich nicht. Und dass der Österreichische Skiverband (ÖSV) eine einzige Erfolgsgeschichte ist, steht außer Zweifel. 

Wenn die Österreicher was auf die Reihe kriegen, ist es allemal der Wintersport. Mit 1250 Vereinen und rund 150 000 Mitgliedern ist der ÖSV gut aufgestellt. Die 3000 Lehrwarte leisten viel für den Breitensport und tragen damit entscheidend zur Entwicklung des Skisports bei. Bemerkenswert ist, dass sich der ÖSV zu 95 Prozent aus Eigenmitteln finanziert, die öffentliche Hand also faktisch nicht beteiligt ist. Umso mehr überrascht es, dass beim Österreichischen Skiverband die Solidarität großgeschrieben wird. Immerhin finanzieren die beiden Säulen des Verbands, Ski Alpin und der Sprungsport, Randsportarten wie Snowboard, Freestyle oder Nordische Kombination mit. Dass in Skandinavien alles über den Langlauf finanziert wird, hat ausschließlich was mit der dortigen Begeisterung für diese olympische Ski-Disziplin zu tun. Die Bereitschaft zur Quersubventionierung des Sports ist dort wie da gegeben. Und das Schöne daran: Es braucht keinen äußeren Zwang à la GWÖ, um Manager zur Räson zu bringen und das Richtige zu tun.

AUTOR

Collin Coel, aufgewachsen in Tirol und wohnhaft in Wien, sieht sich als entschiedenen Verfechter der Borderlinephilosophie.

Der Autor ist studierter Maschinenbauer (TU Wien) mit einer Weiterbildung in Betriebswirtschaftslehre (WU Wien). Der Wissenschaft gehört zwar sein Herz, seit alters ist es aber sein Traum, mit der Gründung eines erfolgreichen Unternehmens von sich reden zu machen.

 

Es liegt ihm fern, als Hansdampf in allen Gassen in Verruf zu kommen. Die Vielseitigkeit gehört nichtsdestotrotz zu seinem Wesen. Der Autor hat ein sicheres Gespür für architektonische Glanzleistungen, lechzt nach den betörenden Klängen der Musik und bewundert die Meister der Malerei und Bildhauerei gleichermaßen wie Bewegungstalente, die im Tanzsport, Kunstturnen oder Profifußball Triumphe feiern. Auch taucht er alle naselang in die fantastischen Welten des Films ab, um die Beschwernisse des Alltags für Stunden zu vergessen. An sich diktiert aber die App-Entwicklung neben dem Börsenhandel seinen Alltag. Und wenn er nicht gerade am Code von Finanzprodukten feilt oder sich auf die Bullen und Bären stürzt, schreibt und verlegt er Bücher. 

 

Ohne Fachliteratur ist die Borderlinephilosophie naturgemäß nichts Halbes und nichts Ganzes. Des ungeachtet hat sich der Autor auch der Unterhaltungsliteratur verschrieben. So erschienen im tredition Verlag unter anderem die Novellen »Isolation« und »Marionettenbühne«. »Vom Ei bis zum Apfel«, »Zwischen Baum und Borke«, »Unter der Rose« und »Experimentum Crucis« sind indes die bisher veröffentlichten Romane des Autors.
 

Die Erfindung »Vorrichtung für das Kunstturnen«, die im Roman »Vom Ei bis zum Apfel« eine maßgebliche Rolle spielt, wurde am 15. Dezember 2009 patentiert (AT 504 839 B1 2009-12-15).

»Isolation« beruht auf wahren Begebenheiten rund um einen niederösterreichischen Anlagenbauer. In der Novelle verarbeitet der Autor drei Jahre seiner schrecklichen Vergangenheit, die durch Diskreditierung, Diskriminierung, Pathologisierung und Kriminalisierung geprägt ist.
 

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