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  • Collin Coel

ESG-Investing: Nachhaltigkeit zählt

Längst hat sich ESG-Investing zum Trend gemausert. So stecken Anleger im Schnitt jeden dritten Dollar in Unternehmen, die sich sichtlich der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Anders formuliert sind laut Global Sustainability Investment Alliance in Europa, Japan, Australien und Neuseeland, Japan, Kanada und den USA bis 2020 rund 35,3 Billionen US-Dollar in ESG-Investments geflossen. Dieser 15-prozentige Anstieg gemessen an den beiden Vorjahren hat einen simplen Grund: die Aussicht auf bessere langfristige Renditen.


Grüne Bäume auf Münzenstapeln vor grauem Hintergrund

Quelle: user6702303 auf Freepik | Designed by Freepik


Mehr als biedere Gewinnorientierung


Von einer grünen Geldanlage ist ebenso die Rede wie vom Impact Investing. Für welches Synonym sich Anleger auch immer entscheiden, letztlich haben erklärte ESG-Anhänger bei ihren Investitionsentscheidungen stets das Akronym im Hinterkopf. Kurzum ist es ihnen um den nachvollziehbaren Umweltschutz (»Environmental«), den gesellschaftlichen Fortschritt (»Social«) und die vorbildliche Unternehmensführung*(»Governance«) zu tun. Unternehmen, die diesen drei ESG-Kriterien nicht genügen, haben im Portfolio eines ESG-Investors nichts verloren.


Die Frage »Ist ESG-Investing gut?«* erübrigt sich rasch, wenn der Kapitalmarkt Unternehmen dazu anhält, den CO2-Ausstoß gleich dem Giftmüll zu minimieren und mit den natürlichen Ressourcen durch entschiedene Energiesparmaßnahmen zu haushalten. Arbeits- und Gesundheitsschutz wird bei ESG-konformen Unternehmen ebenso großgeschrieben wie der Datenschutz. Mit Ungleichheit und Diskriminierung haben sie nichts am Hut. Auch Korruption und Steuerbetrug sind ihnen fremd. Vielmehr bürgen ESG-konforme Unternehmen für unabhängige Führungskräfte und Aufsichtsorgane, bei denen selbst Kleinaktionäre durch aufschlussreiche Geschäftsberichte nicht auf der Strecke bleiben.


Ursprünge des 3-Säulen-Modells im 18. Jahrhundert


Gleich dem Theologen John Wesley warnte bereits der Ökonom Adam Smith vor den unliebsamen ökologischen Folgen verfehlter Geschäftspraktiken. Allerdings brauchte es weitere eineinhalb Jahrhunderte, ehe 1928 der US Pioneer Fund als erstes Anlagevehikel mit der Verbannung von Alkohol- und Tabakinvestitionen von jener sozialen Verantwortung zeugte, die Wesley und Smith mit Nachdruck einforderten.


Endgültig angekommen war der ESG-Gedanke bei Unternehmern und Anlegern schließlich in den 1990er-Jahren. Nicht von ungefähr hat zu dieser Zeit der MSCI KLD 400 Social Index, der erste auf sozialen Kriterien beruhende Aktienindex, für Schlagzeilen gesorgt. Nichtsdestotrotz bedurfte es der Finanz-Initiative des UN-Umweltprogramms, um mit dem »Who Cares Wins«-Bericht 2004 das Akronym ESG offiziell in den Wirtschaftssprachgebrauch einzuführen.


UNO-Gebäude New York

Quelle: Jens Junge auf Pixabay


Der Aktienkurs als Spiegel des ESG-Scores


In der Regel blenden konventionelle Finanzberichte* die Unternehmensmoral komplett aus. Ohne Medienaufschrei kommen von daher Umweltsünden so wenig ans Licht wie Menschenrechtsverletzungen. Und sickern endlich einschlägige Informationen durch, hat der Anleger stets das große Nachsehen. Ein empfindlicher Kurseinbruch ist die unweigerliche Folge. Insofern können Anleger ESG-Scores, auch ESG-Ratings genannt, nur begrüßen. Unternehmen, die punkto ESG-Auflagen gut aufgestellt sind, schließen von vornherein böse Überraschungen aus.


In der Tat zeigen einschlägige Untersuchungen auch, dass mit ESG-Investments höhere Portfolio-Renditen* einhergehen. Dies schlicht und einfach deshalb, weil Unternehmen naturgemäß entsprechend verantwortungsbewusst handeln müssen, um sich einen hohen ESG-Score zu sichern.


Es versteht sich faktisch von selbst, dass von hohen ESG-Scores nicht allein die Anleger profitieren. So beziffert etwa die Business and Sustainable Development Commission den wirtschaftlichen Wert einer Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele bis 2030 auf 12 Billionen US-Dollar. Diese von der UN-Generalversammlung am 25. September 2015 verabschiedeten 17 Sustainable Development Goals (SDGs) decken sich inhaltlich weitgehend mit den ESG-Kriterien.


Anlageentscheidungen auf Basis von ESG-Ratings


• Nachhaltige Investmentfonds bei J.P. Morgan


Die Zahlen können sich sehen lassen. Bei J.P. Morgan Asset Management liefern mehr als 300 Analysten gezielte Einblicke in Unternehmen und Sektoren, beantworten über 30 Spezialisten Fragen zum nachhaltigen Investieren* und hatten die Anlageberater 2021 1400 Unternehmen mit ESG-Ambitionen auf dem Radar. Bestechen einzelne Unternehmen respektive Emittenten durch treffliche ESG-Werte, qualifiziert diese positive Ausrichtung den Fonds als nachhaltig. Womöglich steht den wohlhabenden Anlegern aber mehr der Sinn nach Best-in-Class. In diesem Fall fließen ausschließlich die ESG-Spitzenreiter ins Portfolio ein, also jene Unternehmen respektive Emittenten, die punkto ESG die Konkurrenz auf die Plätze verweisen. Selbstredend lässt sich die erwünschte Nachhaltigkeitsbilanz auch rein thematisch sicherstellen. Und sollte es um die Höhe des sozial- oder umweltverträglichen Ergebnisses gehen, ist Impact die Option für den nachhaltigen Fonds.


JP Morgan Chase & Co.

Quelle: Rodlyn Boothe auf Twitter


• Ampelregelung bei eToro


Wer kein ansehnliches Vermögen sein Eigen nennt und dennoch auf einen geringen ökologischen Fußabdruck scharf ist, ist mit eToro bestens bedient. Seit der Broker eine Partnerschaft mit ESG Book, einem namhaften Anbieter von ESG-Daten, eingegangen ist, haben Investoren ESG-Ratings von über 2700 Vermögenswerten zur Hand.


Durch die simple Ampelregelung ist die Interpretation der ESG-Ratings* das reinste Kinderspiel. So bescheinigt Grün einem Unternehmen punkto ESG Bestnoten, während Gelb bloß eine durchschnittliche Nachhaltigkeitsbilanz verspricht. Dementsprechend warnt Rot vor einem ESG-Branchenschlusslicht. Als No-Go stempelt ein rotes ESG-Rating ein Unternehmen deshalb freilich nicht zwingend ab. Immerhin ist es denkbar, das ESG-Rating bloß als Zusatzinfo in die traditionelle Finanzanalyse miteinzubeziehen. Ohnehin werden Investoren nicht generell ausschließlich zu Vermögenswerten greifen, die durch ein hohes ESG-Rating bestechen. Vielmehr wird dem Gros der Investoren das ESG-Rating als Kontrollinstrument dienen. Devise: Sinkt das täglich aktualisierte ESG-Rating empfindlich, dürfte die Auflösung der Position, also der Verkauf der Aktie angezeigt sein.


* Unbezahlter Weblink (Eigenwerbung)


Disclaimer:

Dieser Artikel dient lediglich Informationszwecken und stellt weder eine Anlageberatung noch eine umfassende Aufklärung über die Risiken beim Kauf, Verkauf und Halten von Finanzprodukten dar. Der Verfasser haftet nicht für etwaige Verluste, die einer Umsetzung der Gedanken und Ideen des Artikels geschuldet sind.

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